Jazzfabrik

Nik Bärtsch solo

Donnerstag, 16.12.2010 | 20:30 Uhr
Veranstalter: Eigenbetrieb Bildung und Kultur der Stadt Rüsselsheim

Ein explosiveres Debüt auf internationalem Parkett ist kaum erinnerlich. Der Schweizer Nik Bärtsch hat sich wie kein anderer Musiker mit nur zwei Veröffentlichungen auf dem exklusiven ECM-Label ganz an die Spitze der öffentlichen Aufmerksamkeit gespielt. Die eng verzahnten, über lange Strecken Spannung haltenden, präzise eingespielten Meditationen seiner Band „Ronin“ halten Jazz-Liebhaber, aber auch Kenner jenseits der Genre-Grenzen seit knapp fünf Jahren in ihrem Bann. Dabei interessiert sich Bärtsch kaum für eingefahrene musikalische Pfade. Auch der immerwährende Vergleich mit den Großmeistern der seriellen Musik, etwa Steve Reich oder Philip Glass, zieht nicht wirklich. Doch was steckt genau hinter den gleichförmig dahinziehenden Verschachtelungen des Pianisten?

Die „Jazz-Fabrik“ will es genau wissen. Nachdem „Ronin“ inzwischen auf sämtlichen wichtigen Bühnen des Rhein-Main-Gebietes für Begeisterungsstürme gesorgt hat, präsentieren wir Nik Bärtsch – solo! Künstlerisch nahezu nackt, nur mit seinem Klavier soll uns der 1971 in Zürich Geborene konzertierend seine Kompositionsprinzipien erläutern. Hörend wollen wir erfahren, was hinter den einzelnen „Modulen“ steckt, aus denen sich seine Musik zusammensetzt und jenen faszinierenden Rausch des Immerwiederkehrenden initiiert.

Von Anfang an war Bärtsch in vielen Welten zuhause. Im Jazz, mehr noch in der klassischen Musik, in der Neuen Musik unserer Tage. Inzwischen kann er auf zahlreiche bedeutende Kompositionsaufträge, Kulturpreise und Theatermusiken für verschiedene Bühnen verweisen. Tatsächlich kommt Nik Bärtsch als entschiedener Individualist daher. Die Vielfalt seiner Tätigkeiten sorgt sicherlich auch dafür, dass seine Musik absolut unverwechselbar daherkommt.

Hinter den Klängen scheint freilich auch ein philosophischer Umgang mit dem Material auf. „Die Musik ist geprägt von der Liebe zum architektonisch gegliederten Raum, zu repetitiven und reduktiven Prinzipien und zur rhythmischen Verzahnung. Ein Stück kann wie ein Raum betreten, bewohnt werden“, so beschreibt Bärtsch auf seiner Homepage seines musikalischen Denkens.

Wie das gemeint ist? Zuhören – und zur Not den Künstler noch mal nach dem Konzert fragen, am 16. Dezember 2010 in der „Jazz-Fabrik“.

Theater Rüsselsheim / Hinterbühne / Vvk: 19 EUR / Ak: 23 EUR

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